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Die aktuelle steuerliche Situation beim Verkauf von GmbH-Anteilen

Versteuerung Verkaufserlöse
Der Ertrag aus dem Verkauf von GmbH Anteilen fällt unter jene Einkünfte aus Kapitalvermögen, welche seit 1.1.2016 nicht mehr mit 25% sondern mit 27,5% zu versteuern sind. Der Steuersatz von 25 Prozent kommt künftig nur mehr für Kapitalerträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten zur Anwendung. Als zu versteuernder Ertrag gilt der Verkaufserlös abzüglich der Anschaffungskosten. Zu den Anschaffungskosten zählen das einbezahlte Stammkapital, etwaige Kapitalerhöhungen und falls die GmbH Anteile erworben wurden der ehemalige Kaufpreis. Der Verkaufserlös ist im Jahr des Zufließens zu versteuern. Bei Aufteilung des Kaufpreises über mehrere Jahre ist nur jene Rate zu versteuern, welche im jeweiligen Jahr fällig ist, wobei der Anschaffungswert bei der ersten Zahlung in Abzug gebracht werden kann.

Versteuerung Ausschüttung
Auch die Ausschüttung von Gewinnen aus Anteilen einer GmbH fällt unter jene Einkünfte aus Kapitalvermögen, welche ab 1.1.2016 nicht mehr mit 25% sondern mit 27,5% zu versteuern sind. Die KEST (Kapitalertragssteuer) ist von der Gesellschaft einzubehalten und binnen einer Woche an das Finanzamt abzuführen. Das Ausschütten von Gewinnen aus abgeschlossenen Jahren kann bis 31.12. 2015 noch mit dem Steuersatz von 25% erfolgen. Ausgeschüttet kann ein Gewinnvortrag auch werden, wenn die Ausschüttung mit Fremdkapital finanziert wird.

Einbringung des Einzelunternehmens in eine GmbH
Einzelunternehmen können - auch rückwirkend - in eine GmbH eingebracht werden, wodurch der Ertrag aus dem Verkauf des Unternehmens der KEST in Höhe von künftig 27,5% unterliegt. Das eingebrachte Kapital des Einzelunternehmens gehört zu den Anschaffungskosten der GmbH und ist bei der Ermittlung des Verkaufserlöses in Abzug zu bringen. Es sollte dabei jedoch nicht übersehen werden, dass der erzielte Vorteil Nachteile beim Käufer hervorruft. Prinzipiell sollte bei einem Unternehmensverkauf nicht nur die eigene steuerliche Situation betrachtet werden, sondern es sollte die gesamte steuerliche Situation optimiert werden, um die Transaktion zu erleichtern oder vielleicht gar erst zu ermöglichen.

Änderung Grunderwerbssteuer
Befindet sich im zu verkaufenden Unternehmen eine Immobilie so fällt bis 31.12.2015 zusätzlich zur Ertragssteuer für den Verkäufer die Grunderwerbssteuer für den Käufer in Höhe von 3,5% des Einheitswertes an, wenn alle Anteile in eine Hand vereinigt oder übergeben werden. Die Vereinigung aller Anteile konnte bisher vermieden werden, indem ein auch nur sehr geringer Gesellschaftsanteil an einen zusätzlichen Gesellschafter übertragen wurde. Ab 1.1.2016 löst bereits die Übertragung von 95% der Anteile an einen einzelnen Gesellschafter die Grunderwerbssteuer aus.